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zu den heutigen Bewohnern. Die
Bürgermeister heißen die Deutschen
überall willkommen, und die Deutschen
haben segensreiche Arbeit vor
Ort geleistet. Auch der Aufschwung
der Region sei zu bemerken; es gehe
von Jahr zu Jahr aufwärts. Deutsche
und Russen wollen für eine friedliche
Zukunft arbeiten.
Der Nachmittag des 23. Juli 1999
stand im Zeichen zwangloser und erholsamer
Begegnungen. Eine richtige Gu-An
diese Ansage werden sich sicherlich
noch viele Ostpreußen erinnern.
Aber nur wenigen kann der Rundfunkempfang
in der Heimat aus den ersten
Tagen des Ostmarken-Rundfunks bekannt
sein. Vor 75 Jahren, am 14. Juni
1924, nahm der Sender Königsberg den
Sendebetrieb auf. Nachfolgend bringe
ich eine Veröffentlichung von Gerhard
Brandtner, Bonn, die ich im Rundschreiben
96 von 1982 der Arbeitsgemeinschaft
Deutsche Ostgebiete e.V
fand. G. Brandtner beschreibt darin die
Entwicklung dieses Senders. Der Text
wurde etwas gekürzt und geringfügig
angepaßt.
Dem Sendebetrieb vorausgegangen
war die Gründung der Ostmarken-Rundfunk
AG (Orag) in Königsberg
(Pr.) am 2. Januar 1924, etwa zeitgleich
mit den 8 anderen Sendegesellschaften
im Deutschen Reich. Auf Grund privater
Initiative hatten sich einige Gelasch-Kanone
war organisiert worden,
die eine gute Gemüsesuppe bereithielt.
Es wurde geplaudert und gegessen, Musik
unterhielt die Gäste, und die strahlende
Sonne und die frische Brise von
der Ostsee hoben die Stimmung zusätzlich.
Der Tag wurde mit einer Fahrt zum
Kriegerdenkmal in Germau abgeschlossen,
wo eine Totenehrung stattfand.
Bärbel Beutner (Heiligenwalde)
schäftsleute um die Elektrofirma Zabel
zusammengefunden zur „Errichtung
einer Sendestation und die Wiedergabe
von Konzerten und Vorträgen jeglicher
Art auf drahtlosem Wege“. Bereits im
April 1924 baute die Firma Dr. Huth
GmbH auf dem Zabelschen Fabrikgelände
auf den Altstädtischen Holzwiesen
am Pregel den ersten Sender mit
einer Leistung von zunächst 0,5 kW, der
im Dezember 1924 durch einen Sender
mit 1,5 kW Leistung ersetzt wurde. Die
Antenne war zwischen einem 45 Meter
hohen Eisengittermast und einem etwa
gleich hohen Schornstein aufgehängt.
Nachdem seit dem 10. Mai 1924 ein
Versuchsbetrieb lief, wurde am 14. Juni
1924 der Sendebetrieb offiziell aufgenommen.
Zur Inbetriebnahme war auch
der Reichsrundfunkkommissar Staatssekretär
Dr. Bredow aus Berlin erschienen.
Die finanziellen Kräfte der Gesellschaft
und ihrer privaten Geldgeber
waren rasch erschöpft. Hier sprang
unverzüglich die Stadt Königsberg ein,
um den Ostmarken-Rundfunk zu erhalten.
In ihrem Auftrag übernahm die
Messeamt Königsberg Pr. GmbH das
gesamte Stammkapital, und neben dem
Leiter der Messe-Gesellschaft traten
auch offizielle Vertreter der Stadt - voran
der Oberbürgermeister Dr. Lohmeyer -
in den Aufsichtsrat der Orag ein. Zwei
Zimmer im Königsberger Stadttheater
waren die ersten Räumlichkeiten der
neuen Sendegesellschaft. Als Studio
diente zunächst der große Chorprobensaal
des Opernhauses im Stadttheater;
der „Sendesaal“ mußte mit Seegrasmatten
ausgepolstert werden, um die
erforderliche akustische Abschirmung zu
erreichen. Das erste Rundfunkorchester
wurde aus vier bewährten Kaffeehausmusikern
zusammengestellt, die gelegentlich
von einem Schlagzeuger unterstützt
wurden. Der Schlagzeuger war im
Hauptberuf Operettenbuffo und gleichzeitig
auch der erste Rundfunkansager
des Königsberger Senders. Erster künstlerischer
Leiter wurde der gebürtige Wiener
Josef Christean, bis dahin Operettentenor
des Königsberger Stadttheaters.
Für die Leitung der Musikabteilung wurde
der erste Kapellmeister des Stadttheaters,
Klaus Nettstraeter, gewonnen.
Ab 3. August 1924 wurde auch eine eigene
Programmzeitschrift „Der Königsberger
Rundfunk“ herausgegeben, nachdem
kurz zuvor ein Versuch des Verlags
Karg & Manneck mit einer „Ost-Rundfunk-
Zeitschrift“ fehlgeschlagen war.
Wie bei den übrigen Rundfunkgesellschaften
wirkten auch in Königsberg
häufig Persönlichkeiten aus dem kultu-,Hier
Ostmarken-Rundfunk"
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rellen und publizistischen Leben der
Stadt mehr oder minder ehrenamtlich
und sporadisch an der Programmgestaltung
mit. So wuchs schnell der Rundfunk
in eine sowohl für die ganze Provinz
Ostpreußen wie auch besonders für
die Stadt Königsberg wichtige Rolle als
Kulturinstitut hinein: Beispielsweise
baute der Dirigent Hermann Scherchen
das Königsberger Rundfunkorchester
auf, das erstmals 1930 bei dem Tonkünstlerfest
des Allgemeinen deutschen
Musikvereins öffentlich auftrat. Und der
Rundfunk betreute auch weiterhin die
Sinfoniekonzerte des Königsberger Musiklebens.
Funkhaus Königsberg Pr. (Samml. Klemm)
Das rasche Wachstum des Sendebetriebs
erforderte bereits im Dezember
1926 die Verlegung des Senders nach
Amalienau in die Alte Pillauer Landstraße/Ecke
Hertzstraße. Hier wurde
später auch ein eigenes Studio- und Verwaltungsgebäude
(„Funkhaus“) für den
Reichssender Königsberg - wie er ab
1934 hieß - errichtet. Zwischenzeitlich
mußte das Studio in den Gebäuden der
Ostmesse Unterschlupf suchen, nachdem
die Räume im Stadttheater zu klein
geworden waren.
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