damals in diesen wenigen Jahren 1/3 der Gesamtbevölkerung
gestorben sein.
Diese Pest bedeutete das Ende des Goldenen Zeitalters, es begann
das düstere Mittelalter. Bis dahin hatte man weitgehend
geglaubt, eine Krankheit sei die Strafe Gottes für Sünden. Nun
aber starben ganze Orte reihenweise aus. Das Vertrauen in
Staat und Kirche war tief erschüttert. Die einfache, oftmals
allein gelassene Bevölkerung suchte nach Erklärungen. Das
große und bittere Zeitalter des Aberglaubens und der Hexenverfolgung
begann.
Angesichts des krankheitsbedingten Bevölkerungsverlustes ist
es verständlich, daß mit der Pest schlagartig die Ostsiedlung
aufhörte, ebenso der Landesausbau. Ja vielerorts wurden ganze
Dörfer wieder der Natur überlassen.
Polen war von dieser Geisel des Mittelalters vorerst noch wenig
betroffen, doch die wirtschaftliche Gunstzeit war auch hier
zu Ende, das deutsche Recht wurde nach und nach beschnitten.
Das mittelalterliche Deutschtum fiel einem ersten polnischen
Nationalismus zum Opfer - bis auf wenige Ausnahmen,
so wie das Klostergebiet Priment. 44