Liebe Regehner Heimatfreunde Liebe Rothener und Nodemser!
einschließlich der Ortsteile Watzum, Kalthof
und Tolklauken
Jean Paul sagte einmal: „Die Erinnerung
ist das einzige Paradies, aus
dem wir nicht vertrieben werden können.“
Ich möchte Sie auch diesmal wieder
herzlich begrüßen und einladen
mit mir Rückschau zu halten und auszukundschaften,
wo überall dies Paradies
gewesen sein kann. So manches
wird erst heute immer deutlicher und
klarer, wobei und wie uns einst die
entfernte Vergangenheit im Alltag begegnet
ist.
Hinlänglich bekannt ist Ihnen
allen, daß es in unserem ostpreußischen
Sprachgebrauch geradezu eine
Fülle von Spott-, Scherz- und Spaßversen,
Sticheleien, Lebensweisheiten,
hintergründige, manchmal derbe
Wortspielereien gab, die zuweilen sehr
nachdenklich machten, jedoch fast nie
böse gemeint waren. Daneben gab es
aber auch viele Schmunzelgeschichten,
Redensarten und den beliebten
wohlüberlegten Humor.
Und so habe ich mir gedacht,
Ihnen heute von einer kleinen Begebenheit
zu erzählen, wie sie sich erst
vor einigen Jahren zugetragen hat. Begleiten
Sie mich einfach ein Stück.
Als während eines Pinneberger
Samlandtreffens ein jetzt bereits betagter
Teilnehmer aus unserer Heimatgemeinde
sich unserer kleinen
Runde näherte, habe ich bei all dem
Gemurmel ein paar Gesprächsfetzen
von zwei lieben Heimatfreundinnen
aus Watzum aufgeschnappt. Was war
passiert? - Unter vorgehaltener Hand
wurde mir hinterher erzählt, daß dieser
eben erwähnte, ehemalige Spielgefährte
seinerzeit sich den beiden Mädels
gegenüber seinem Ärger - weil er
boßig war - mit einem Zweizeiler Luft
gemacht hatte, der da lautete:
„Stöckerbeene und Poggeschinke,
fange beide an to stinke!“
Das hatte also gesessen, meinte er
nun. Jedoch kam dann meistens von
der Gegenseite postwendend die Retourkutsche.
Diese Spottverse - es
gibt unzählige - die anläßlich kleiner
Meinungsverschiedenheiten beim
Spielen, vorwiegend zwischen Mädchen
und Jungen ausgetragen wurden,
dienten dazu, Dampf abzulassen.
Danach war man wieder „ein Herz
und eine Seele“ und richtig nett zueinander.
- Und so soll es ja wohl auch
sein in dem zwischenmenschlichen
Miteinander, - auch heute noch.
Meinen Sie nicht auch ?
Bemerkung: Eines der Mädchen
war damals wirklich dürr und spidderig,
die andere dagegen hatte stramme
Beine. Eben, wie echte samländische
Mädchen!
Machen Sie’s gut. Lassen Sie sich
von der kommenden warmen Jahreszeit
inspirieren und schöpfen Sie Kraft
für neue Aufgaben, und fühlen Sie
sich wohl.
Das wünscht Ihnen in alter heimatlicher
Verbundenheit
Ihr Willy Fischer,
Strumannstraße 4, 48231 Warendorf
Heute erreicht Sie der Heimatbrief
Folge 142. ln Folge 141 erschienen zu
meiner Freude 2 Fotos von Rothenen,
das ja leider total von der Bildfläche
verschwunden ist. -
Ich selbst habe die Wintermonate
genützt und mit Hilfe einer Vergrößerung
aus dem Meßtischblatt und
so aus meinem „Grips“ heraus einen
Ortsplan von Rothenen gezeichnet,
den ich nun auch nach Pinneberg in
unser Museum schicken werde. -
Alle Rothener, deren Adresse ich
weiß, bekommen so einen Plan natürlich
auch von mir. So könnt Ihr in Gedanken
nochmals durch Rothenen
wandern.
Versprochen hatten auch Bekannte
aus Nodems, aus der Erinnerung einen
Plan von Nodems zu zeichnen. Aber
leider höre ich nun nichts mehr davon.
Welch ein Schicksal! - Unsere Heimatglocke
läutet wieder. Sie begleitet,
ruft, mahnt, erinnert, verbindet und
spendet wieder Trost und Hoffnung.
Ein Bild des Jammers bietet heute
der Heimatort Borchersdorf mit der
Ruine der einst stattlichen Katharinenkirche.
Selenanpolje wird das 1481 gegründete
Dorf nun genannt, das soviel
heißt wie Grünenfeld. Ein schöner
Name, aber eine triste Wirklichkeit.
Unser Gotteshaus aus dem Jahre 1735
Ob im Juli wohl jemand von den
Rothenern beim großen Treffen in
Rauschen dabei ist? Da hoffen alle,
die nicht mehr dorthin reisen können,
im September in Pinneberg etwas darüber
zu hören. Es wäre schön, wenn
sich in diesem Jahr in Pinneberg noch
ein paar Bekannte mehr einfinden
würden. Manchmal gehört nur ein
kleiner „Schubs“ dazu, und man
macht sich mal auf den Weg.
Ich wünsche allen, die in die Heimat
fahren, eine schöne Zeit und ein
gesundes Wiedersehen für uns alle im
September in Pinneberg.
Eure Eva Schwarz, geb. Hamann,
Alter Schulweg 8,
25724 Neufeld,
Telefon: 0 48 56 - 3 22
war kirchlicher Mittelpunkt, auch für
die Nachbarorte Blaustein, Elisenhof,
Fuchsberg, Lottinenhof, Marienhagen,
Pilzenkrug, Schanwitz, Schönmoor,
Schönwiese, Wehnenfeld und Weißenstein.
Heute fehlt dem Glockenturm
die Spitze und das Gebäude ist von
Geschoßeinschlägen schwer gezeichnet.
Dach und Mauerwerk verfallen
zusehends. Die zerborstenen restlichen
Trägerbalken des ehemaligen
Turmaufbaues ragen gespentisch in
den Himmel, als wollten sie wie eine
Die Qlocke aus Borchersdorf 33