Am Montag bot sich sonst immer
die Gelegenheit, unsere Pillauer Heimatstube
zu besuchen. Leider war dies
aber nicht mehr möglich, da die Stadt
Eckernförde wegen Eigenbedarf, uns
den Raum in der Gudewerth-Schule
zum 01. Juni 2000 kündigen musste.
Alle Exponate sind zurzeit eingelagert.
Zum Abschiedsabend kamen die
Pillauer dann noch einmal in den Saal
der Stadthalle zusammen. Musik und
Tanz sowie heimatlichen Darbietungen
von den Damen: Sinaida Safonowa,
Elfriede Schaedler, Rosemarie Schmidt
Ponacken - wo jeder Weg
Es war am 2. August 2000 mein dritter
Versuch, diesen Ort mit dem Hof
meines Großvaters zu erkunden. Ich
scheiterte wieder. Warum?
Ponacken, 2 Bauernhöfe nebst Insthäusern,
liegt mittig zwischen Medenau,
Norgau, Kompehnen, Kallen. Äcker,
Wald, Wiesen, soweit das Auge reicht.
Keine Wege gehen von den vorhandenen
Straßen ab, nur noch Fahrspuren
der Landwirtschaft. Diesmal schaffe ich
es mit dem Auto von Kompehnen/
Kallen bis kurz vor Ziegenberg. Karte,
Kompaß, Handschuhe und Spaten
erweisen sich als unverzichtbar. Eine
Stunde brauche ich für die ca. 2 Kilometer.
Auf der Fahrspur geht es noch
zügig, dann kommt der Wald und dann
der Buschwald mit dichtem Gestrüpp,
durchsetzt mit Granattrichtern. Dann
ein Haufen Ziegelsteine im mannshohen
Kraut einer Lichtung. Ich bin da.
Einige Betonbrocken und Fundamentund
Ilse Heimburger; sowie den Herren
Theodor Lemke, Ernst Petscheleit,
Aljoscha Safonowa, Ernst Sakowski
und Heinz Seelert, führten zu einem
gemütlichen und quiddernden Abend.
Mit dem gemeinsam gesungenen Pillauer
Lied verabschiedete man sich bis
zum nächsten Jahr.
Das 47. Pillauer Heimattreffen wird
vom 04. - 06. August 2001 in unserer
Patenstadt Eckernförde stattfinden.
Bitte vormerken.
Günter Wiese
endet
grüben, - da waren die Ziegelsteine drin
- bestätigen mir, hier war ein Haus.
Jeden Meter muß ich mit dem Spaten
freischlagen. Es ist warm, windstill und
der Schweiß rinnt. Aggressive Mücken
setzen mir stark zu. Ich finde keine
Orientierungspunkte, um die Fundamentreste
zuordnen zu können. Wo sind
die Teiche? Ich finde sie nicht mehr. Es
ist zwecklos. Über dem mannshohen
Gestrüpp der Lichtungen sehe ich
Baum- und Strauchgruppen üppig
wuchern. Zum Teil in Reihe, das war
mal eine Hecke. Ich stolper über Steine
und falle in Fahrspuren. Nichts zu
sehen, alles zugewuchert. In den letzten
drei Jahren ist alles noch mehr zugewachsen.
Mühsam schlage (wörtlich) ich
mich nach Nord-Ost, finde den Graben,
tauche aus dem Gestrüpp auf, sehe ein
Roggenfeld links und eine Mähweide
rechts, dazwischen ein Grünstreifen: der
Hohlweg. Jetzt steigt das Gelände an, es
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gibt Luft. Auf dem Hügel beginnt eine
Fahrspur Richtung Kobjeiten. Ich folge
ihr. Nach ca. 1 km ein Bach, Fließrichtung
Ost, mit Bruchwaldzone der Innendurchmesser
des Betonrohrdurchlasses
beträgt 100 cm. Links voraus ein besonders
hoher Hügel. An der Westseite
Sandabgrabungen, oben Mauerwerksreste
und ein Betonfundament. Bester
Ausblick, bis übers Haff. Ich erkenne
die Straße Medenau-Pojerstieten. 3
Mähdrescher im Einsatz vor Kosnehnen.
Ein deutsches Fabrikat (Claas)
ist dabei.
Jetzt zurück bis vor Ponacken. Durch
das Dickicht will ich nicht mehr, will es
südlich umgehen. Überquere den Graben
und gerate wieder in den Bruchwald
samt Granattrichtern, kämpfe
mich mühsam durch, erreiche einen
Hügel, den Schanzenberg? Jedenfalls
verläuft ein gut erkennbarer Schützengraben
um den Berg. Jetzt meide ich
den Wald und folge den Wiesen, naturbelassen,
traumschön in der sommerlichen
Blüte. Bin etwas weit vom Kurs
abgekommen. Müßte längst in Ziegenberg
sein. Überquere eine Wiese, folge
einem Waldweg und erreiche Ziegenberg
von Süden, und mein Auto.
Fast 5 Stunden Fußmarsch, keiner
Menschenseele begegnet, kein Haus
gesehen. Nur aus weiter Ferne. Landschaft,
Einsamkeit und Ruhe werden
mich wieder hierherziehen. In 10 Jahren
hat die Natur sich alles zurückgeholt.
Ob ich dann Wanderungen führe - rund
um Ponacken?
Dietrich Huuck,
Am Kalbek 4, 24582 Bordesholm,
Telefon: 043 22 -20 66
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Kartenausschnitt M = 1:200000, Höfer-Verlag 65