Und ich vermute, daß er an diesem
leicht versumpften Tümpel eine längere
Zeit nachdenklich verweilte. Denn dieses
Umfeld führte uns beide häufig zum
Spielen zusammen. Das Wohnhaus Bronitzki
jenseits der Beek, das von hier aus
gesehen werden kann, zeigt keinerlei
Veränderungen.
Die lange Verweildauer an diesem
Platz mag bei unserem Berichterstatter
dazu geführt haben, daß für das Wohnhaus
des Bauernhofes Stobbe kaum Zeit
blieb. Es steht. An der „Villa“ Paul, später
Krüger, ist eine Verbretterung der
linken Seitenwand erkennbar. Das fiel
mir bereits im Vorjahr auf. Wegen des
Verfalls war diese Verkürzung des Gebäudes
notwendig geworden. Die sich
anschließenden beiden Insthäuser vom
Bauernhof Borchert verdanken ihren
relativ guten Zustand sicher den fleißigen
russischen Bewohnern. Dagegen
wirkt das einstige Herrenhaus unseres
Altbürgermeisters erbärmlich und ist
um mehr als ein Drittel geschrumpft.
Ein roher Bretterverschlag bildet die
fehlende Giebelwand.
Das letzte Wohngebäude auf der
„Flinsengasse“, welches einst den
Bäckermeister Henseleit und den Elektriker
Bludau beherbergte, wirkt nach
wie vor ordentlich. Eigentümer dieses
Mietshauses war der Hof Bojahr/
Borchert, der nicht mehr existiert.
Wer alle von mir veröffentlichten
Farbfotos der zurückliegenden Ausgaben
des Samlandbriefes zur Hand
hat, wird diese Beschreibung gut nachvollziehen
können wie Heinz sie sah.
Lichtblicke zeigen die neugestrichenen
Straßenfassaden vom einstigen
Kaufhaus Kahnert, (hier wohnt G.
Stöckleins Schwester) und dem Wohnhaus
des Schmiedemeisters Behrend.
Letzteres ist wohl das älteste der noch
stehenden Häuser.
Bei seiner Anfahrt über Löwenhagen,
wo Heinz keinerlei Veränderungen
feststellte, waren in Gr. Hohenhagen
keine Gebäude mehr vorhanden. Selbst
der zuwachsende Teich zeigte wucherndes
Gestrüpp. Der Abstecher Gr. Barthen
zeigte das intakte Schulhaus, einst
Wirkungsstätte des Lehrers Paegert.
Ansonsten Verfall bis auf ein Anwesen.
- Das Gegenteil war in Arnau zu registrieren.
Die wohl älteste geschichtsträchtige
Kirche unseres Kreises wird
restauriert. Der Turm ist mit Gerüsten
versehen. Das Gegenteil empfinden wir
Fuchsberger besonders schmerzlich in
dem fortschreitenden Verfall unserer
Kirche in Borchersdorf. Der zur Straße
zeigende Giebel war schon im Vorjahr
eingebrochen und verfällt weiter.
Verständlich, wenn sich Heinz auch
auf den Weg Richtung Fuchshöfen
machte. Schließlich war sein Onkel
Kämmerer des Vorwerkes Koggen.
Außer drei Insthäusern und dem Inspektorenhaus
war hier ein Neubau entstanden.
Vom „Gänsekrug“, so meint er,
stände dieser wie vor mehr als 100
Jahren, jetzt jedoch nur mit ein paar
Falten mehr.
In Gr. Ottenhagen, an das Heinz
viele Erinnerungen hat, seien bis auf
einen Neubau keine Veränderungen zu
registrieren. Der Rest des Kirchturmes
trotzt immer noch den Witterungseinflüssen.
Aus seinem Innern ragen meterhohe
Bäume heraus.
42
Interessant auch sein Hinweis zu den
nach Fuchsberg führenden Straßen, die
ja bekanntlich vom russischen Militär
zur Anfahrt zum riesigen Truppenübungsplatz
ab Ackerau (Zehlaubruch)
genutzt werden. Scheinbar hat man der
Trassenführung Borchersdorf - Fuchsberg
den Vorrang eingeräumt. Sie ist
jetzt - wie auch schon im Vorjahr - gut
befahrbar. Die Fahrbahndecke ist nicht
geteert, sondern fein geschottert. Dagegen
weist die geteerte Straße ab Gr.
Hohenhagen nach Fuchsberg unzählige
tiefe Schlaglöcher auf, so daß eine
Durchfährt - selbst bei besten Fahrkünsten
- kaum möglich und nicht ratsam
ist.
Zum Schluß meine Bitte: Sollte wieder
einmal ein „Fuchsberger“ den
Heimatort besuchen, bin ich für dessen
Bericht zur Veröffentlichung im Samlandbrief
sehr dankbar. Stichworte genügen,
ich mache etwas daraus!
Allen eine besinnliche Weihnacht,
ein gutes neues Jahr und Gesundheit!
Herzlichst Euer Klaus Wulff,
Kulmer Straße 20 a, 32602 Vlotho,
Telefon: 0 52 28 - 7183
Meine lieben Qroß Dirchkeimer! —
Das Jahr neigt sich dem Ende zu,
unser Kreistreffen am 16.und 17. September
liegt einige Wochen zurück,
und ich möchte den Heimatfreunden,
die nicht dabeisein konnten, einen
kurzen Bericht schreiben.
Angereist sind wir bereits am
Freitag, da am Samstag die Wahl des
neuen Vorstandes stattfand. Herr
Schwarz wurde wieder zum Vorsitzenden
gewählt, unsere besten Wünsche
dazu.
Da im nächsten Jahr das Jubiläum
der 50jährigen Patenschaft zwischen
dem Kreis Pinneberg und dem Kreis
Fischhausen ansteht, habe ich die
Zusage bekommen, die Ausstellung
über Groß Dirschkeim zu zeigen. Ich
freue mich schon darauf.
Erfreut war ich auch darüber, daß
zum diesjährigen Kreistreffen so viele
Heimatfreunde aus Groß Dirschkeim,
Marscheiten, Kreislacken und Nöttnicken
den Weg nach Pinneberg gefunden
haben wie schon lange nicht
mehr. Und wenn Sie, liebe Leser, in
diesem Jahr nicht kommen konnten,
„setzen“ Sie sich nun in Gedanken zu
uns. Zu Helene Enke, geb. Spitz, Inge
Wurmehl, geb. Tamm m. Ehemann,
Otto Eggert und Ehefrau, Willy
Zander und Ehefrau, Eva Kleinfeld,
geb. Termer und Ehemann, Alfred
Pusch, Max Gedenk, Dietrich Scharffetter,
Gisela Schneider, geb. Zander,
Vera Sievers, geb. Arndt und Ehemann,
Ursula Suhr, geb. Arndt, Ursula
Böhnke, geb. Termer und Ehemann, 43