Ein „Wolfskind" sucht seine Familie
Dora Stermann sucht ihre Schwester
Gisela oder Familienangehörige.
Zuerst aber eine Vorgeschichte:
Meine Mutter, Gertrud May, geboren
am 3.1.1924 in Seerappen, heiratete
im November 1941 durch Ferntrauung
meinen Vater, den Sanitätsunteroffizier
Otto Peschuter.
Am 27.31942 bin ich in Seerappen
geboren und auf den Namen Edeltraut
Peschuter beim Standesamt in Seerappen
eingetragen. Mein Vater Otto
Peschuter ist im Januar 1943 am Ladogasee
gefallen.
Als die Rote Armee 1945 Ostpreußen
besetzte, konnte meine
Mutter nicht mehr flüchten und für
uns und unzähliche Ostpreußen begann
die Hungersnot. 1946 ging meine
Mutter mit mir nach Litauen, um bei
litauischen Bauern zu überleben. Ich
war 4 Jahre alt.
1947 wurde meine Mutter von den
sowjetischen Behörden festgenommen
und nach Königsberg gebracht und
von dort 1948 nach Westdeutschland
ausgewiesen. Allein blieb ich zurück
und wurde von der litauischen Bauernfamilie
Butkus als Pflegekind aufgenommen.
Die Familie Butkus gab
mir einen neuen Namen und mein
Geburtsdatum wurde ebenfalls geändert.
So wurde aus dem deutschen
Mädchen Edeltraut Peschuter, geb. am
27.3.1942, das litauische Mädchen
Roma Butkute, geb. am 10.3.1943.
Später heiratete ich einen Litauer und
bekam zwei Töchter. Seit 1990 bin ich
verwitwet.
Meine Mutter heiratete in zweiter
Ehe Erich Springer und wohnt seit
1949 in Hemmoor im Landkreis Cuxhaven.
Seit 1970 ist meine Mutter zum
zweiten Mal verwitwet.
Über viele Jahrzehnte suchte
meine Mutter mich. Nach 45 Jahren
fanden wir, über eine Anzeige in einer
litauischen Zeitung, im Jahre 1992
wieder zusammen. Ich war mittlerweile
50 Jahre alt. Seit 1999 lebe ich mit
meiner unverheirateten Tochter im
Haus meiner Mutter. Seit dem
28.1.2000 sind wir wieder deutsche
Staatsbürger.
Durch Gottes Fügung habe ich
meine Mutter und meine deutsche
Heimat wiedergefunden, aber dieses
Glück haben nicht alle „Wolfskinder“.
Das war meine Lebensgeschichte
in kurzen Sätzen. Ich schrieb sie auf,
damit Sie, liebe Leser, meine nachfolgende
Suchanzeige besser verstehen
und mich bei meiner Suche unterstii!
zen.Und jetzt komme ich zu meinem
eigentlichen Anliegen.
Als ich im Februar 2000 mit meiner
Tochter nochmals nach Litauen
fuhr, um einige persönliche Angelegenheiten
zu erledigen, sprach mich
eine Nachbarin aus meinem ehemaligen
Wohnort an und bat um Hilfe. Ihr
heutiger Name ist Genovaite Rimkuniene,
wohnhaft in 4478 Ploksciy kaimas,
Sakiu rajonas/Litauen, ihr deutscher
Name ist Dora Stermann, geboren
ca. 1942 im Raum Königsberg.
Der Heimatort ist nicht bekannt. Im
Herbst 1947 ging sie mit ihrer Mutter
und zwei Schwestern nach Griskabudis
in Litauen. Die Mutter und die
mittlere der Schwestern sind angeblich
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in Litauen verhungert. Die ältere
Schwester, Gisela Stermann, wurde in
Litauen von Dora getrennt und wahrscheinlich
nach Deutschland deportiert.
Wer kann helfen? Wer kennt Gisela
Stermann (?) (Mädchenname)? In
welchem Ort im Raum Königsberg
gab es den Namen Stermann?
Über jede noch so kleine Nachricht
wäre ich dankbar, denn vielleicht
können mit Ihrer Hilfe Gisela Stermann
oder andere Verwandte gefunden
werden.
Roma Jakstiene,
Akazienweg 4, 21745 Hemmoor
Dora Stermann (ca. 5 Jahre alt) auf dem Schoß einer
litauischen Bäuerin
Aus anderen Veröffentlichungen aufgespießt:
KÖNIGSBERGER Express
Nr. 5/Mai 2000
Neuer Ostseehafen
Der Hafen Pionerskij (Neukuhren)
ist von nun an für ausländische Schiffe
offen.
Auf Verordnung von
Wladimir Putin kommt im
Oblast ein weiterer Seegrenzübergang
zum Einsatz.
Nach der Schaffung
aller entsprechenden Einrichtungen
für Grenz-,
Immigrations- und Zollkontrolle
kann der Hafen
Pionerskij, 40 km von
Kaliningrad entfernt, ausländische
Fischerei- sowie
Kreuzfahrtschiffe empfangen.
Diesen Beschluss hat die Gebietsverwaltung
nach dreijährigen Verhandlungen
mit Moskau erwirkt. Damit
eröffnen sich neue Perspektiven für diesen
Hafen.
Foto I. S.:Seehdfen Pionerskij ist bereit, ausländische Schiffe zu empfangen 87