Full text : Unser Schönes Samland

Fuchsberg

Liebe Heimatfreunde!

Hier ist der angekündigte Bericht
von meiner Pkw-Reise zum Samlandtreffen.
 Meine Begleiter waren Siegfried
 Hasselberg, mein Vetter, und
seine Frau Christa.
In Sensburg hielten wir uns drei
Tage auf, machten eine Stakfahrt auf
der Kruttinna, aßen Aal bei Kruska in
Wigrinnen (er kennt auch schon die
Preise in Deutschland), besuchten das
einstige Forsthaus, heute Kleinmuseum,
 wo Ernst Wiechert seine
Jugendjahre verbrachte und unternahmen
 mit Zwischenstation in Heiligelinde
 einen Abstecher zur Wolfschanze.
 Unser Quartier war übrigens
ausgezeichnet und preisgünstig und
lag direkt am See. Eine Anschriftenliste
 für Pensionen hatte ich
vorher von der Heimatkreisgemeinschaft
 Sensburg angefordert. Alle
waren deutschsprachig.
Man hatte uns eindringlich
 vor langen Wartezeiten
bis zu 6 Stunden an der
polnisch-russischen Grenze
gewarnt. So trafen wir
schon am späten Vormittag
am Grenzübergang ein.
Trotz vollgepacktem Laderaum
 des Variant, gelangten
wir ohne jede Gepäckkontrolle,
 aber doch mit gut
einstündiger Wartezeit
vorbei an sehr langen
Schlangen des „kleinen
Grenzverkehrs“ - nach
Heiligenbeil. Von hier aus
trennten uns nur etwa 20

km von unserem Quartiert im
Gästehaus 1 der „Fuchsberger Stube“
in der Siedlung Sternau. Die untere
Etage mit Ein- und Doppelbettschlafzimmer,
 großem Wohnzimmer und
kleinem Wintergarten, stand uns in
den nächsten acht Tagen zur Verfügung.
 Alessja, die ukrainische Frau
des Rußlanddeutschen Ginter verwöhnte
 uns per gebotener Halbpension.
 Selbst auf ein gutes Pilsener
mußten wir nicht verzichten. Das war
bei der herrschenden Hitze wirklich
eine Wohltat. Und als diese unerträglich
 war, lernten wir auch die Badefreuden
 in dem großen Baggersee bei
Brandenburg kennen. Das Frische
Haff ist leider eine Kloake.
Ein ganzer Tag war für Fuchsberg
vorgesehen, und darüber möchte ich
ausführlich berichten. Ab Hohenhagen
 ist die Straße eine einzige Kata
Strophe. Den tiefen Schlaglöchern ist
kaum auszuweichen. Mein armes

Der Altbau des Maurermeisters Kucklick gehört zu den ältesten noch
stehenden Wohnhäusern und steht schräg gegenüber dem „Kaufhaus
Kahnert"

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Auto! Etwa ab Marienhagen bessert
sich der Straßenzustand. Die dortige
Kolchose ist platt. Unser Besuch bei
Stöcklein’s ist nur kurz, da der Boss in
Königsberg weilt. Nur er spricht etwas
Deutsch. Er bewohnt mit seiner litauischen
 Frau den „Färber’schen“ Hof.
Das Wohnhaus ist in gutem Zustand
und hat einen Anbau. Desgleichen das
Miethaus des Nachbarhofes Riemann/Diester.
 Mit der versprochenen
Renovierung des Wohnhauses, das
sich in schlechtem Zustand befindet,
ist leider noch nicht begonnen worden,
 jedoch zugesagt.
Wassili, der Bienenzüchter bei
Wenk, wird wie ein alter Bekannter
begrüßt. Alle, auch die alte Oma im
Haus, erhalten unsere Mitbringsel.
Wassili berichtet traurig, noch keinen
Honig geschleudert zu haben. Wir
sind seine besten Kunden. Schade! -
Ich hatte mir vorgenommen, alle noch
bestehenden Häuser in Fuchsberg im

Foto festzuhalten. Schließlich habe ich
ja zugesagt, in jedem Samlandbrief
jeweils zwei davon zu veröffentlichen.
Meinen Weg dazu könnt Ihr nun nachvollziehen.
 Am Wohnhaus Wenk muß
ich leider auch Verfallserscheinungen
feststellen. Der Putz fällt hier und da
ab. Es wird ja nichts ausgebessert.
Beim gegenüberliegenden Miethaus
verdeckt das viele Grün den Zahn der
Zeit, nämlich über 50 Jahre. Ich gehe
die Straße ins Dorf hinein und sehe
mit Staunen Wohnhaus und Stallanbau
 des Schmiedemeisters Walter
Behrend mit einem Anstrich etwas
freundlicher aufgehellt. Erstaunlich,
daß dieser Bau, einer der ältesten in
Fuchsberg, immer noch steht. Man
muß nur seitlich über die Straße
gehen, um auf den Altbau des Maurermeisters
 Kucklick zu stoßen. Kaum
Veränderungen - auch nicht zum
Nachteil. Hier dürfte der Fachmann
einst gute Arbeit geleistet haben.

Selbst der Stall ist
noch vorhanden.
Und einige Schritte
weiter auf der Gegenseite
 befindet
sich das „Kaufhaus
Kahnert“ - dank
des Fleißes von
Gary Stöcklein - in
einem befriedigenden
 Zustand. Doch
das Miethaus Kahnert,
 einst von
Schmidtke u. a. bewohnt,
 ist zur Hundebude
 geschrumpft
und nicht mehr be-Der
 „Neubau" von Maurermeister Kucklick lag unmittelbar am Pausenhof der
neuen Schule.