Drei Qenerationen fuhren nach Ostpreußen
als Wellenbrecher in den kaum noch aus
dem Wasser ragenden alten Buhnen, die
für den heutigen Wasserspiegel zu tief
liegen.
Ich versuche bei allen Besuchen bei
der Stadtverwaltung Selenogradsk auf
meine starken Bedenken in Bezug auf
den fehlenden Küstenschutz aufmerksam
zu machen und kann dort bereits
ein wachsendes Interesse erkennen. In
diesem Jahr soll ich die Möglichkeit
erhalten, vor Fachleuten der Region
meine Bedenken vorzutragen und entsprechende
Anregungen zu geben.
Wenn Cranz/Selenogradsk nicht
eines Tages ganz von der Landkarte
verschwinden soll, ist baldiges Handeln
von Nöten. Etwas Hoffnung habe ich
durch die Ernennung von Selenogradsk J
zum Staatsbad erhalten, denn außer
Rauschen/Swetlogorsk ist der dortigen
Region kein Ostseebad geblieben.
Klaus A. Lunau,
Bahnhofstr. 14,
30853 Langenhagen,
Telefon: 05 11-77 34 07
I
Der von den Ruten unterspülte
und abgesackte Kanonenstand
und Munitionsbunker bei Klein
Thüringen stand ehemals auf der
höchsten Stelle der fortgespülten
Düne.
Dünenreste NO von Klein Thüringen
heute. Die teilweise bis zu
17m hohe befestigte Vor- und
Hauptdüne wurde von der See fortgerissen.
Lange war’s geplant, im Sommer
1999 ging es los! Mit meiner Tochter
und Enkeltochter fuhr ich in meine
Heimat Ostpreußen.
Unterkunft mit Verpflegung war bei
der Familie Snegowsky in Palmnicken
in der Waldstraße 20 gebucht worden,
die uns am 26. Juli 1999 direkt vom
Schlafwagenabteil am letzten Bahnsteig
im altvertrauten Hauptbahnhof in Königsberg
abholte. Für unseren Aufenthalt
in Palmnicken war ein zusätzlicher
Genehmigungsstempel für die Sperrzone
„Küste“ erforderlich, erteilt in Gr.
Kuhren.
Schon am zweiten und dritten Tag
stand eine Fahrt nach Pilikoppen und
Rossitten mit zwei Übernachtungen auf
dem Programm. Der Strand von Rossitten
mit lebhaftem Wellenspiel bot ein
erfrischendes Badevergnügen, und die
hohen Dünen bei Sonnenuntergang
sind ein unvergeßliches Erlebnis. Man
muß es gesehen haben!
Am 29.7. lockten die Tretboote auf
dem Mühlenteich in Rauschen mit einer
ruhigen Bootsfahrt, und nach diesen
ersten Tagen des Erkundens war Erholung
in Palmnicken angesagt. Eine
Ortsbegehung in Palmnicken durfte
jedoch nicht fehlen. Die Kirche mit
Darbietung des Chores der Musikpädagogen,
Museumsbesuch im Hause „Dr.
Lehnert“, Führung durch die ehemalige
Molkerei, in der heute der Bernstein
verarbeitet wird. Auf Wunsch können
Touristen hier ihre „eigenen Funde“
schleifen und bearbeiten.
Endlich, am Sonntag besuchten wir
meinen Heimatort Germau mit den
Soldatenruhestätten und den Überresten
der Kirchenruine. Leider war an
keiner Gedenkstätte Blumenschmuck
zu finden, nur beschädigte Grabplatten.
Am 3.8. beeindruckte uns ein Konzert
in der Neuapostolischen Kirche zu
Neuhausen mit anschließendem Imbiß
in interessanter Runde einer deutschen
Reisegruppe. - Wieder zurück in Palmnicken,
überraschte uns unser Gastgeber
mit Mountainbikes. Auf der Radtour
durch Sorgenau, Lesnicken und
Warschken begleitete uns Eugen Snegowsky
und machte uns auf besonders
schöne Naturansichten aufmerksam, so
z.B. auf eine Baumgruppe aus Linden
mit tief herunterhängendem Blätterdach
zum Rasten einladend.
Vom Seeberg aus, südlich Lesnicken,
bietet sich dem Besucher ein völlig
neues Bild. Der breite Strand wurde
teils zum Binnensee, teils in ein Biotop
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