einer Pregelinsel, über welche dieser
Haufen seinen Weg nehmen mußte,
feierten die Russen mit Alkohol verfrüht
ihren Sieg, Schiller beendete dieses
tödlich mit einem MG 42. Die
Marine holte soweit es ihr möglich war
die eigenen Truppen von den Dämmen
und Inseln, so auch diesen Kompanie-Rest.
Als Schiller am Ende des
Krieges im Weichseldelta doch in
Gefangenschaft gehen mußte, weigerte
er sich im Gefangenlager bei Preußisch-Eylau
seine Dienstgradabzeichen
und Orden abzulegen. Er wurde
abgeführt, man hat von ihm nicht wieder
gehört.
In der Nacht zum 26. April begann
wieder der Abtransport der Flüchtlinge
und der Verteidiger von Pillau,
kurz zuvor hatte auch der See-Kommandant,
Kapitän z.S. Strobel seine
Dienststelle auf die Nehrung verlegt.
Der Pioniergeneral Menke, der Tage
später den Freitod suchte, setzte alle
noch „schwimmenden Mittel“ ein. Major
Reymann war, als in der zweiten
Nachthälfte auch die Räumung der
Zitadelle begann, erstaunt, wieviel
Führungsstäbe und weitere Truppen
sich in seiner Zitadelle gesammelt hatten.
Er war bis dahin von den Verteidigungsmaßnahmen
so in Anspruch
genommen worden, daß er keine Bestandsaufnahme
in der Zitadelle hatte
machen können.
Die Masse der Truppen marschierte
zur Nordmole, Major Reymann baute
auf halbem Wege zum Schutz der Abrückenden
noch einmal eine Sicherung
auf. Am frühen Morgen erwiesen sich
die letzten drei zum Abholen der Zitadellen-Besatzung
herübergeschickten
Fährprähme als viel zu wenig. Es kam
zu einem unübersichtlichen Gedränge.
Völlig überladen legten am 26. April,
gegen 4.30 Uhr die Fährprähme ab,
doch es standen immer noch Hunderte,
vielleicht mehr als Tausend, am
Ufer, wo gegen 5 Uhr
die sowjetischen Panzer
erschienen.
Der Kampf um die
Seefestung Pillau, am
17. April bei Tenkitten
beginnend, war nach
neun Tagen an der
Pillauer Nordmole beendet.
Diese deutschen Soldaten konnten nicht mehr abgeholt werden: Es blieb nur der
Weg in russische Qefangenschaft.
Hans-Dieter Bechtold,
Oberstleutnant a.D.,
Holm 18,
24113 Molfsee
Die Festung Pillau
Stand April 1945
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Unterlage: Abwehrkämpfe am Nordflügel der Ostfront 1944-1945
hgb. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt
(Stuttgart 1963), Skizze 14.