Für die Stadt und Burg Priment bedeutete diese Grenzsicherung
das Ende. Sie war nutzlos geworden und verkam immer
mehr zu einer dörflichen Siedlung. Aus diesem Grunde gewährte
König Jagiello 1408 dem Kloster das Ankaufsiecht auf
die Stadt Przemet (Priment) mit einigen Dörfern (Priment,
Stadt und Dorf und die Vorstadt St. Peter, die Dörfer Blotnik
(Blotnica), Radomierz, Saczkowo (Sonczkowo) und Gut Zaborowo
(Unterwalden)). Die Mönche nahmen das Angebot
gerne an, da sie immer noch große Probleme mit dem örtlichen
Adel hatten. Bereits zwei Jahre später (1410) erteilt der
Papst dem Kloster die Erlaubnis von Fehlen nach Priment
überzusiedeln.
Acht Jahre später, zu Ostern (14.4.) 1418 war der Neubau bezugsfertig
und der nur aus Deutschen bestehende Konvent zog
nach Priment um. In den folgenden Jahren wurde das Kloster
zur Festung ausgebaut, so daß die Bautätigkeit erst 1447 beendet
war. So fand die Gründungsphase des Klosters Mariensee
erst nach 170 Jahren ihr Ende. Der Generalkollektor und
Kommissar der Zisterzienser, Abt Jean (Johann) von Morimond
(Frankreich), visitierte das nun endgültig fertiggestellte
Kloster. Die Helfer beim Klosterbau wurden zur Belohnung in
den Orden aufgenommen.
Zu diesem Zeitpunkt war die deutsche Siedlerwelle in Polen
bereits seit 100 Jahren vorbei. Mitte des 14. Jahrhunderts ereilte
Europa eine große Katastrophe, gegen die AIDS sich nur
wie eine Grippeerkrankung darstellt. 1347 betrat die Schwarze
Pest in Süditalien europäischen Boden - eingeschleppt von
Händlern oder Kreuzrittern aus dem Orient. Diese neue, äußerst
gefährliche Krankheit raste binnen 5-6 Jahren durch ganz
Europa und hinterließ eine Spur des Grauen und Todes. Ganze
Gebiete wurden so entvölkert. Schätzungen zufolge sollen 43