Konstituierende Kreisausschußsitzung der
Heimatkreisgemeinschaft Landkreis Königsberg
Ostpreußisches Notgeld - auch im Samland
- eine Ergänzung
Ein anstrengendes, aber gut organisiertes
Wochenende verbrachten die
neugewählten Mitglieder des Kreisausschusses
der Heimatkreisgenieinschaft
Landkreis Königsberg am 27./28.
Februar 1999 in Petershagen bei
Minden.
Auf dem Kreistreffen am 7./8.
November 1998 waren folgende Mitglieder
in den Kreisauschuß gewählt
worden: Helmut Borkowski, Dr. Bärbel
Beutner, Klaus Wulff, Dorothea Blankenagel,
Herbert Laubstein, Manfred
Schirmacher, Dr. Manfred Klein, Gerda
Weiß, Carl Mückenberger, Willi Skulimma,
Erwin Möwe. Auf die Reserveliste
kamen Ursula Kretschmann, Herta
Tuschewitzki und Erich Falk.
Nun kamen die gewählten Mitglieder
des Kreisauschusses in Petershagen
zusammen, um die Kreisvertreter
zu wählen und den neuen Kreisauschuß
zu konstituieren. Zum 1. Kreisvertreter
wurde Helmut Borkowski einstimmig
wiedergewählt, als seine Stellvertreterin
wurde Dr. Bärbel Beutner wiedergewählt.
Geschäftsführer Siegfried Brandes
leitete die Wahlen und die ausgiebigen
Sitzungen, sorgte daneben aber
auch für ein wohltuendes Ambiente in
einem ruhigen Landgasthaus bei bester
Verpflegung.
Ein umfangreiches Sitzungsprogramm
war abzuarbeiten. Finanzen,
Öffentlichkeitsarbeit, Heimatstube, Archiv
und die vielfältige Aufgabenverteilung
waren Punkte einer langen
Tagesordnung.
Der Tod des früheren Kreisvertreters
Fritz Löbert hatte eine weitere Lücke in
die Heimatkreisgemeinschaft gerissen:
mit ihm war einer der beiden Kreisältesten
gegangen. Nun wurde Gerda
Weiß aus Fuchsberg, die seit 1972 in der
Kreisgemeinschaft aktiv ist, an seine
Stelle einstimmig gewählt. Neben Georg
Sehmer aus Karmitten ist sie nun Kreisälteste
von Königsberg-Land.
Eine besondere Freude für die
Kreisausschuß-Mitglieder war der Besuch
des Fraktionsvorsitzenden der
SPD Winfried Räbiger des Kreises
Minden-Lübbecke. Er überbrachte
Grüße von Landrat Heinrich Borcherding,
den die Ostpreußen zu Recht als
einen langjährigen Freund schätzen.
Der Kreis Minden-Lübbecke unterstützt
die Heimatkreisgemeinschaft, der
er in den über 40 Jahren der Patenschaft
ein echtes Zuhause in Minden
geschaffen hat. Ein entscheidendes
Bindeglied ist dabei Geschäftsführer
Siegfried Brandes in seiner Position als
Mitarbeiter des Kreises.
Helmut Borkowski nannte Persönlichkeiten
wie Landrat Heinrich Borcherding
oder Fraktionsvorsitzenden
Winfried Räbiger „einen Glücksfall für
uns“. Die langjährigen guten Kontakte
haben zu einer Vertrautheit geführt, die
durch die Herkunft beider Herren aus
dem Osten besonders verstärkt wird. So
gestaltete sich auch das Gespräch mit
dem gebürtigen Schlesier Winfried
Räbiger sehr bald zu einem persönlichen
Austausch über Vertreibungs- und
Integrationserlebnisse. Der neue Kreisausschuß
kann die weitere Zusammenarbeit
mit dem Kreis Minden-Lübbecke
zuversichtlich angehen.
Dr. Bärbel Beutner, Heiligenwalde
In Folge 141 hat Herr Paulusch,
Gallgarben, einen sehr übersichtlichen
Bericht über die Ausgabe des Notgeldes
in der 2. Hälfte des 1. Weltkrieges bis in
die Inflationszeit gegeben. Besonders
erfreulich für uns Rauschener ist die
Erwähnung der Notgeldausgabe unseres
Ostseebades mit der Abbildung des
Zwei-Mark-Scheins.
Zu den, in dem Artikel genannten
Notgeldscheinen zu 1,- , 2,- und 5,-Mark
von Rauschen bleibt zu ergänzen,
daß sie auf der Vorderseite sämtlich das
Warmbad zeigten. Die Rückseite hat
unterschiedliche Darstellungen: Rauschen
um 1815 auf dem Schein zu 1,-Mark,
Rauschen-Ort mit dem Mühlenteich
auf dem Schein zu 2,- Mark
(Abb. in Folge 141) und
schener Seeküste auf dem Schein zu 5,-Mark.
Diese Geldscheine wurden am 1.
Mai 1922 vom Gemeindevorstand aufgelegt.
Sie liegen mir alle drei vor.
Ostseebad Rauschen war im Samland
die einzige Gemeinde, aber nicht
der einzige Ort, in dem damals Notgeld
herausgegeben wurde. Circa um 1917
wurde in Kamstigall bei Pillau ein
Kriegsgefangenen-Lager eingerichtet.
Es war anscheinend eine Außenstelle
des Offizier-Gefangenenlagers von
Blankenburg, Mark.
Notgeldscheine von Blankenburg/
Mark zu -,50 M„ 1 M., 2 M„ 5 M„ 10
M., 20 M. und 50 M. wurden in
Kamstigall zum Teil mit einem Stempel,
zum Teil mit einem Schrägaufdruck
„Offizier-Gefangenenlager Kamstigall“
versehen und wohl auch verwendet.
Diese Scheine haben unterschiedliche
Größe, verschiedene Wasserzeichen
und ein einfaches Aussehen, das nur
den Zweck als Zahlungsmittel erfüllt.
Die Rückseite ist unbedruckt.
Für Notgeld-Interessenten sei abschließend
die Schrift von Manfred
Mehl „Das Papiernotgeld von Ostpreußen,
Westpreußen und Posen 1914
- 1923“ genannt, in dem die Notgeld-^
OHizier-Geianf*enföiiager Blankenburg, Mark.
20 m ¿ « « h e i "
20 M.
Zwanzig Mark.
Gesetzlich geschützt. J. P. Himrner, Augsburg.
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