Full text : Unser Schönes Samland

Kreistretten der Heimatkreisgemeinschaft Landkreis

Königsberg in Minden am 7./8.November 1998

Die Heimatkreisgemeinschaft Landkreis
 Königsberg wählt alle fünf Jahre
einen neuen Kreisausschuß, und im November
 1998 standen Neuwahlen an.
Am Sonnabend, dem 7. November
hatten sich bei der offiziellen Eröffnung
des Treffens durch den Kreisvertreter
Helmut Borkowski um 14.00 Uhr
bereits zahlreiche Samländer eingefunden.
 Die Stadthalle Minden bot das gewohnte
 angenehme Ambiente. Der
„Freundeskreis zur Erhaltung und Pflege
ostpreußischen Kulturgutes“ unter Leitung
des Ehepaares Tuschewitzki bot mit
seiner großartigen Ausstellung von Teppichen,
 Bernstein, Trachtenpuppen und
Stücken aus Cadiner Majolika eine besondere
 Attraktion. Die Kenner des
„Freundeskreises“ entdeckten neue Stükke
 und können das stetige Anwachsen
der wertvollen Sammlung verfolgen.
Das Foyer der Stadthalle Minden
enthielt zudem ein reichhaltiges Angebot
 an Königsberger Marzipan, der
Königsberger Express lag aus, betreut
von Frau Lebedewa aus Königsberg/
Kaliningrad, und Hedi Goldapp bot
Bernstein zum Kauf an.
In seiner Eröffnungsrede konnte
Kreisvertreter Helmut Borkowski zudem
 Annelies Kelch von der Stadtgemeinschaft
 Königsberg begrüßen, die
ebenfalls mit einem Stand vertreten war.
Das Ehepaar Kelch sorgt durch seine
aktive Teilnahme an den Kreistreffen für
einen vertieften Kontakt zwischen der
Vertretung der ostpreußischen Hauptstadt
 und der Vertretung des Umlandes.
Sehr erfreut war Helmut Borkowski
über den Besuch von Günter Harke,
den früheren Fraktionschef der SPD,

der bereits am Sonnabend an der Veranstaltung
 teilnahm. Hier fanden näm-|
lieh vor der Vorstellung der Wahlkandidaten
 zwei bedeutende Ehrungen statt:
Das Silberne Ehrenzeichen wurde
Herrn Georg Deter verliehen, und Gustav
 Jacob erhielt das Goldene Ehrenzeichen.

Die Auszeichnung die Herrn Gustav
Jacob war ein besonderer Höhepunkt,
denn hier wurde ein Nicht-Ostpreuße
geehrt, der ein beeindruckendes Aufbauwerk
 im heutigen nördlichen Ost]
preußen geleistet hat. Während Helmut
Borkowski zweimal die akute Not in
unserem Heimatgebiet heute hervorhob
und zu Spenden aufrief, konnte hier ein
Zeichen des Fortschritts, des Aufbaus
und der menschlichen Hilfe beleuchtet
werden.

Die nachfolgende Laudatio hieltl
Klaus Wulff, Mitglied des Kreisausschuß.


Goldenes Ehrenzeichen
für Gustav Jacob
Gustav Jacob, Unternehmer aus Ennepetal,
 entschloß sich, als er Filmaufnahmen
 vom nördlichen Ostpreußen
heute sah, zu einem Flilfs- und Ansiedlungsprojekt
 für Rußlanddeutsche. Er
gründete die „ Gusta v-Jacob-Stiftung, j
die inzwischen die Siedlung „Sternau“ bei
Ludwigsort, die mit 39 Fertighäusern
und 5 Holzhäusern einen kleinen Ort
mit Kanalisation und ausgebauten
Straßen bildet. Ein Industriegelände mit
inzwischen 4 Hallen gehört dazu, 1000
Morgen Land werden inzwischen bewirt­6



schäftet. Die Siedlung ist ein Blickfang für
Reisende auf der Strecke von Königsberg
nach Heiligenbeil. Farbenfrohe Einfamilienhäuser,
 saubere Hallen, asphaltierte
 Straßen und moderne Laternen zeigen
 an, daß hier ein außergewöhnlicher
Ort im Gebiet entstanden ist, der seinen
Namen „Sternchen“, umgewandelt „Sternau“,
 zu Recht trägt.
Klaus Wulff war von Anfang an dabei.
Durch seine Video-Filme, 1990 noch
„illegal“ gedreht, wurde das Ehepaar
Jacob auf die Not im Gebiet aufmerksam;
 er wurde für die Realisierung des
Projektes zu einem wichtigen Mittelsmann.
 Als er jetzt die Schwierigkeiten
schilderte, auf einem Stück Sumpfwiese
unter den Behinderungen der Bürokratie
diese Siedlung zu errichten, versagte ihm
mehrmals die Stimme, als er von dem
„Wohltäter“ Gustav Jacob sprach. Gustav
Jacob hat nicht nur den Löwenanteil der
Finanzierung getragen; er reiste mit seiner
 Gattin Ruth Jacob viele Male ins
Gebiet und nahm Strapazen auf sich in
einem Alter, in dem ein geruhsamer
Lebensabend genossen werden sollte.
Aktivität und Unternehmergeist hatten
jedoch das ganze Leben Gustav Jacobs
geprägt. Aus seinem elterlichen Hof in
Ennepetal schuf er das größte geschlossene
 Industriegebiet vor Ort, und eine
Straße in Ennepetal trägt seinen Namen.

Leider konnte der Geehrte nicht persönlich
 anwesend sein, aus gesundheitlichen
Gründen. Seine Frau Ruth Jacob, die ihn
stets auf allen Reisen begleitet hat, nahm
die verdiente und ehrenvolle Auszeichnung
 entgegen.

Ebenfalls anwesend waren Harald
Leuschner und Kurt-Peter Knaupmeier
mit seiner Gattin.

Der zweite Träger eines nunmehr silbernen
 Ehrenzeichens, Georg Detert, ist
ein Ostpreuße und Samländer, der seit
Jahren gut besuchte Ortstreffen organisiert
 und die Arbeit der Kreisgemeinschaft
 mitträgt.
Das Ergebnis der Wahl zum Kreisausschuß
 wird im Anschluß an diesen
Bericht veröffentlich
Nach der ausführlichen Vorstellung
wurde die Heimatstube geöffnet, wo
Gerda Weiß und Dorothea Blankenagel
einen anstrengenden Dienst versahen.
Am Sonnabend und am Sonntag waren
sie für die Beratung, die Auskunft und
auch die Aufsicht zuständig, während
Dorothea Blankenagel in bewährter
Weise noch die Bildbestellungen entgegennahm.
 Dem mit Kontaktaufnahme
und Gedankenaustausch ausgefüllten
Nachmittag folgten Tanz und Unterhaltung
 am Abend. Die Volkstanzgruppe
 „Friedewalde-Kleiriehe“ unter
der Leitung von Elke Buddenbohm bot
ein umfangreiches und vielseitiges Programm,
 und Rüdiger König sorgte mir
Live-Musik für Tanzstimmung.
Zur Tradition der Mindener Kreistreffen
 gehört die Kranzniederlegung
am Gedenkstein in Porta Westfalica, die
am 8. November um 10.00 Uhr stattfand.
 Um 11.00 Uhr schloß sich die
Feierstunde in der Stadthalle an, zu der
Kreisvertreter Helmut Borkowski eine
Reihe von Ehrengästen begrüßen konnte.
 Zahlreich waren die Vertreter des
Kreises Minden-Lübbecke und der 7