Die Malerarbeiten waren wieder in
Eigenleistung übernommen worden, das
Tapezieren und das Fensterstreichen
wurde aber an den Maler Suhr aus Groß
Kuhren vergeben. Auch die Treppe zum
Dachgeschoß wurde selbst angefertigt.
Lackiert wurde sie dann von Maler
Behrendt aus Groß Kuhren.
Am 1. Oktober 1937 war es dann
geschafft, die Familien Gutsch und Kugge
konnten in ihre neuen Siedlungshäuschen
einziehen.
Die Familie Gutsch, das waren damals
Albert Gutsch (Jahrg. 1907) und Ehefrau
Gerda (Jahrg. 1914) geh. Schlick und die
Kinder Reinhold (Jahrg. 1936) und
Erhard (Jahrg. 1937). Im Jahr 1940 kam
dann noch Lothar dazu. Die Familie
Kugge, das waren damals Fritz Kugge und
Ehefrau Elma, geb. Joppien, und die
Kinder Gisela, Helga, Gretel, Manfred
und Inge. Später kamen dann noch Dietmar
und Siegfried dazu.
Wir bewohnten nur das Erdgeschoß.
Das ausgebaute Dachgeschoß mit zwei
Zimmern und einer kleinen Küche wurde
an Sommergäste vermietet. Im Garten
wurden Obstbäume angepflanzt und
Gemüse und Kartoffeln angebaut. Das
kleine Nebengebäude war zu einer Hälfte
Waschküche und zur anderen Hälfte Stall
für ein Schwein, für Hühner und für
Gänse. Als Toilette diente ein kleines
Häuschen im Garten.
Wir fühlten uns sehr wohl in unserer
mit viel Eigenleistung erbauten Siedlung,
aber der Eigentümer von Haus und
Grundstück war noch die „Heimbau
Samland GmbH“. Die Übereignung erfolgte
erst 1943. Am 28. Mai 1943 wurde
in Fischhausen der Kauf- und Übereignungsvertrag
unterzeichnet, der meine
Eltern zu Eigentümern der Siedlerstelle
machte.
Der Kaufpreis von 4.241,50 Reichsmark
wurde durch die Übernahme von
Hypotheken in Höhe von 4.200,— Reichsmark
fast beglichen, so daß nur noch
41,50 Reichsmark zu zahlen waren.
Dieser, auch für damalige Verhältnisse
günstige Kaufpreis von nur 4.241,50
Reichsmark erklärt sich durch den preiswerten
Einkauf der Baustoffe durch die
„Heimbau Samland GmbH“ und durch
den hohen A nteil der Eigenleistungen. Da
es nach dem Kaufvertrag in § 4 ausdrücklich
erwünscht war, haben meine Eltern
schon ein Jahr später, im Frühjahr 1944,
die beiden Hypotheken abgelöst, so daß
unser Haus schuldenfrei war.
An diesem Verhalten meiner Eltern
kann man erkennen, daß sie sich nicht
vorstellen konnten, daß uns schon ein
Jahr später, im Frühjahr 1945, der Russe
von Haus und Hof vertreiben wird.
Wir wünschen Euch allen, liebe
Groß Kuhrer und den Einwohnern
unserer Nachbargemeinden, eine besinnliche
Adventszeit, ein gesegnetes
Weihnachtsfest, viel Glück und Gesundheit
im neuen Jahr und hoffen auf ein
Wiedersehen in Eckernförde.
Eurer
Herbert Metauge,
Kirchenweg 14 b, 24866 Busdorf
und
Dieter Behrendt,
Kauslunderstraße 75 a, 24943 Flensburg,
Telefon/Fax: 04 61 - 63769
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Die
Siedlung
in
Groß Kuhren