Leider steht unsere Kirche heute
nicht mehr. Von der traurigen Wahrheit
habe ich mich bereits auf meiner
ersten Reise in die Heimat 1991 überzeugen
können. Als wir damals von
Bersnicken zurück ins Hotel nach
Rauschen fuhren, überkam mich
Trauer und Entsetzen. Unsere verständnisvolle
Taxifahrerin wollte meinen
Schmerz mildern und hielt unvermittelt
vor der Kirche in Groß Kuhren.
Ihre Erklärung, in diese Kirche
geht die Jugend zur Disco, stimmte
mich allerdings noch trauriger.
Eva Hanella, geh Toleikis,
Walter-Grosse-Ring 17,
38855 Wernigerode
Die Westküste des Samlandes heute
Alle, die die West- und Nordküste
des Samlandes kannten, werden bestätigen
können, daß sich die beiden
Küstenstriche in ihrer bizarren Schönheit
miteinander vergleichen ließen.
Wenn auch der Fremdenverkehr vor
dem Krieg an der Nordküste des
Samlands ausgeprägter war, so mag
das wohl mit der Nähe von Königsberg
zu erklären gewesen sein, dazu
auch mit seiner kürzeren Bahnverbindung.
Der Strand vor Sorgenau
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Wenn man heute sieht, daß sich an
der Nordküste in Richtung Fremdenverkehr
etwas bewegt, dann ist das
auch damit in Zusammenhang zu
bringen, daß große Teile der Küste im
Krieg kein Sperrgebiet waren und daß
dadurch die Schönheit der Nordküste
des Samlands „natürlich“ geblieben
war, somit also dieser Küstenstreifen
mit einem blauen Auge vor der Zerstörung
am Ende des Krieges davongekommen
ist.
Anders die Westküste des Samlands.
Hier muß man mit Entsetzen
und Bedauern feststellen, daß der
Nachlaß des verlorenen und so sinnlosen
Krieges über Jahrhunderte, wenn
nicht sogar über ein Jahrtausend, zu
tragen sein wird. Die gesamte Westküste
des Samlands von Brüsterort bis
Pillau, ist dadurch so nachhaltig verändert
worden, weil die blaue Erde
heute schon aus 80 Meter Tiefe und
die Abraumerde aus dem neu angelegten
Baggerfeld, an verschiedenen Stellen
in Palmnicken und Sorgenau mit
großen Rohren in die Ostsee gepumpt
werden. Somit ist die Sorgenauer
Bucht an seiner breitesten Stelle fast
einen Kilometer seeeinwärts versandet
und die aufgespülten Berge haben
eine Höhe von etwa 10 bis 15 Meter.
Man kann es nicht fassen, daß die
verantwortlichen Russen vom Bernsteinwerk
Palmnicken zu so einer laienhaften
Entscheidung kamen, bot sich
doch das alte Baggerfeld für die Aufnahme
der blauen Erde und der Abraumerde
geradezu an.
Der schonende Umgang mit der
Natur ist im großen Rußland offensichtlich
unbekannt.
Anhand der beigefügten Landkarte
auf Seite 66/67 möchte ich das Ausmaß,
wie sich die Westküste des Samlands
heute dem Betrachter zeigt, darstellen.
Erich Schock,
Poststraße 8, 24376 Kappeln
So Gott will, feiern wir am 9. April 1999
unsere Diamantene Hochzeit.
Wir grüßen alle Freunde und Bekannte
aus Germau und Umgebung.
KURT UND FRIDEL THOMS
Karlsbaderweg 1, 89312 Cünzburg