Full text : Unser Schönes Samland

Monaten auf den elterlichen Hof nach
Perwissau zurückzukehren. Dort heiratet
 sie, führt mit ihrem Mann den Hof
weiter, bekommt Kinder und Enkelkinder,
 bis 1945 viele ein tragisches
Ende finden.
Die zweite Erzählung „Eva-Maria“
beginnt 1923 mit der Geburt Evchens.
Die ersten Lebensjahre verbringt sie in
Warschkeiten bei Preußisch-Eylau,
dann zieht die Familie nach Glamslack
um, in ein winziges Dorf 20 Kilometer
weiter. Die Großeltern im Samland, in
Sudnicken nördlich von Königsberg,
werden regelmäßig besucht. Evchens
Lebenslauf ist vom 20. Jahrhundert geprägt.
 Sie macht ihr Landjahr in Masuren,
 ist ein BDM-Mädchen, erlernt
einen Beruf, kommt als Stabshelferin
nach Verona, verlobt sich, kommt 1945
in Gefangenschaft und landet nach
einer langen Irrfahrt in Schleswig-Holstein,
 wo ihre Mutter nach der
Flucht untergekommen war. Und dann
nimmt das Nachkriegsschicksal einer
Vertriebenenfamilie einen erheblichen
Teil des Buches ein.
Das Buch „Ostpreußische Lebensbilder“
 von Hildegard Benz ist zu beziehen
 beim R.G. Fischer-Verlag,
Orber Straße 30, 60386 Frankfurt/
Main zum Preis von DM 20.00.
Anneliese Drews beschreibt ihre
Flucht aus Königsberg, die sie als Kind
mit Mutter und Bruder erlebte, bis die
Familie im Westen wieder mit dem
Vater zusammenkam. Die Irrfahrten
dieser Familie sind so verwirrend, dass
man sie nicht beschreiben kann. Man
muss es selbst lesen ebenso wie die
unmenschlichen Bedingungen in dem

von den Russen eroberten Königsberg.
Der Untertitel „Erfahrungsbericht
einer Augenzeugin“ macht das Buch
wichtig und verleiht ihm seine dokumentarische
 Bedeutung. Wenn der
Leser sich auch fragen muss, wie
Menschen das alles aushalten können,
so muss er doch dankbar sein für diesen
 unmittelbaren Einblick in die
Nachkriegsgeschichte.
Anneliese Drews, „Meine Flucht
aus Königsberg“ - zu bestellen beim
Verlag Frieling u. Partner GmbH,
Hünefeldzeile 18, 12247 Berlin-Steglitz
 für DM 9,80.
Wer etwas über die Ureinwohner
besonders des Samlandes, die alten
Prußen, erfahren will, kann bei der
Agnes-Miegel-Gesellschaft e.V, Agnes-Miegel-Platz
 3, 31542 Bad Nenndorf
die Jahresgabe 2000 bestellen. "“Die
Darstellung der Prußen im Werk Agnes
Miegels“ heißt der Titel. Bärbel
Beutner hat untersucht, wie genau
Agnes Miegel die Lebensart, den Alltag,
 die Bräuche und die geistige Welt
der Prußen beschrieben hat. Dieses
Volk zwischen Weichsel und Memel,
unsere Vorfahren, wird als gastfreundlich
 und tapfer, als geschickt und treu
dargestellt. „Zeitgenössische Chronisten
 wunderten sich über das hohe
Alter und die Gesundheit dieses
Volkes.“
„Die Darstellung der Prußen im
Werk Agnes Miegels“ kann für DM
10.00 in Bad Nenndorf bestellt werden.

Bärbel Beutner
(Heiligenwalde)

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Ortstreffen Trutenau

Ihr Erwin Möwe,
Grüner Weg 6,
15326 Podelzig

Die Erinnerung ist das einzige Paradies,
aus dem wir nicht
vertrieben werden können.

Jean Paul

Seit 1990 ist es mir gelungen, 22
Trutenauer Landsleute zu finden. Zu
meiner großen Freude kamen auf meine
Einladung hin vor 4 Jahren 17 Heimatfreunde
 mit ihren Ehepartnern zum
Kreistreffen nach Minden. Seitdem verbindet
 uns eine heimatliche Freundschaft,
 die uns 1999 zu einem erneuten
Treffen in Podelzig bei Frankfurt/Oder
zusammenführte. Leider konnten nicht
alle unserer Einladung folgen. Familiäre
und gesundheitliche Gründe waren
meist der Hinderungsgrund.
Eingefunden hatten sich: Käthe
Bilgenroth, geb. Lemke, Maria König,
geb. Rese und Ehemann, Alfred Frey
und Ehefrau, Ilse Häusler, geb. Leßmann,
 Kurt Lenk und Ehefrau, und wir
trafen uns in der Zeit vom 11. bis

13.6.199 bei Erwin und Ruth Möwe in
Podelzig.

In Gedenken an die Heimat, dem
Land der dunklen Wälder und der lieben
 Mitmenschen, die wie wir aus der
Heimat vertrieben wurden und nicht
mehr unter uns weilen, halten wir die
Erinnerung wach, auch für unsere
Kinder und Enkelkinder, damit sie die
Gegenwärtigkeit von Heimat und Zuhause
 ehrend schätzen. Den Inbegriff
HEIMAT muß jeder für sich erleben,
auch wenn nach vielen Jahren fern der
Heimat jeder sein Zuhause gefunden
hat.Auf unserer Wanderung durch das
Oderbruch, entlang dem Grenzstrom
Oder, wurde in Gesprächen deutlich,
wie sinnlos Krieg und Vertreibung sind.
Aber auch der fröhliche Teil kam bei
diesem Treffen nicht zu kurz. In guter
Erinnerung bleibt der Grillabend und
nach dem gemeinsam gesungenen
„Land der dunklen Wälder“ versprachen

 wir uns
beim Abschied,
das Trutenauer
Treffen bald zu
wiederholen. Es
wäre schön, wenn
wir dann in
größerem Kreis
weitere Heimatfreunde
 begrüßen
könnten.

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