Full text : Unser Schönes Samland

Sprichwörter aus Ostpreußen,

wer kennt sie noch?

Wer kennt sie nicht, die kleinen
Sprüche mit oft so großer Erleuchtung,
weil sie im Inhalt aus unbekannter
Quelle eine große Lebenserfahrung
widerspiegeln.
In deutschen Landen sind Sprichwörter
 wie z.B.
• „Eigner Herd ist Goldes wert“,
• „Wer hoch steigt, der tief fällt“,
• „Ein Unglück kommt selten allein“,
• „Die Axt im Haus erspart den
Zimmermann“,
• „Der Krug geht solange zu Wasser
bis er bricht“,
weit bekannt und im Sprachgebrauch
wertvolles Volksgut.
Oft sieht man sie noch auf kleinen
Tafeln, eingerahmt als Bilder oder
auch auf gut besticktem Behang als
Wandschmuck. Sie treffen meist den
berühmten Nagel auf den Kopf, wenn
sie im Alltag zu bestimmten Situationen
 und Ereignissen zur richtigen
Zeit am richtigen Ort gut pointiert ausgesprochen
 werden.
Aus meiner Kindheit weiß ich, daß im
Samland Sprichwörter genannt wurden,
 wenn es die Situation ergab oder
auch, was viel wertvoller war und ist,
zum Nachdenken anregte oder eine
kritische Situation entkrampfte oder
gar Schlimmes verhindert werden
konnte.

Von meinem Vater habe ich in Erinnerung,
 daß er manchmal sagte: „Förr
den Herrrn un förr dat Geld iss goot
genugg!“ Was heißen sollte: Für den
Herrn und für das Geld ist’s gut genug!
Dieses Sprichwort hatte schonm mein
Großvater Wilhelm Schmidtke in seinem
 Wortschatz, aber wie mein Vater,
nicht zu oft, selten, aber wenn, dann
treffend.
Dabei war er nicht grimmig, sondern
schloß die Arbeit mit einem Schuß
Humor und, wie ich heute darüber
denke, mit einer gewissen Genugtuung
bzw. Selbstzufriedenheit ab.
Wer solche typischen Sprichwörter
unserer Heimat in Erinnerung hat oder
auch Zusammenhänge daraus kennt,
möge sie bitte an meine untenstehende
Anschrift direkt senden.
Mein Ziel ist es, von der noch lebenden
Generation diese Art von „Rezepten
des Alltags“ zu sammeln und im
Samland-Museum zu hinterlegen und
damit der Nachwelt zu erhalten.
Das Ergebnis aller Zusendungen
werde ich auch im Heimatbrief versuchen
 zu übermitteln.

In heimatlicher Verbundenheit
Karl Ernst Schmidtke,
Schulberg 10 c, 01157 Dresden,
Telefon: 03 51-4 21 42 00

WER KANN HELFEN?

Wo bekomme ich das Buch „Die ostpreußische Tragödie 1944-1945" oder wer hat
dieses Buch und würde es abgeben?

Auf Ihre Antwort wartet Gerda Schenk, Europaring, 40878 Ratingen

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