Full text : Unser Schönes Samland

Osten in Frage kommenden deutschen
Erzeugnisse möglichst nahe an der
Ostgrenze errichten und dann durch
gemeinsame Propaganda den Kaufmann
 des Ostens zum Besuch dieser
Musterschau einladen. Das ist aber der
Gedanke der Deutschen Ostmesse
Königsberg Pr. Um die Aufmerksamkeit
 der maßgebenden Kreise in den
Oststaaten von neuem auf die deutsche
Industrie und ihre Fabrikate zu lenken
und ihnen gleichzeitig eine Gelegenheit
zum Einkauf aller derjenigen Erzeugnisse
 zu bieten, die sie für den Wiederaufbau
 ihres Wirtschaftslebens benötigen,
 wurde der Plan der Ostmesse in
Königsberg gefaßt und im Herbst 1920
die erste Deutsche Ostmesse (26. September
 bis E Oktober) ins Leben gerufen.Es
 gehörte allerdings viel Zukunftsglaube
 dazu, in dieser Zeit, in der
die Kaufkraft der Randstaaten noch
außerordentlich geschwächt war und
Deutschland sich in diesen Ländern
keiner besonderen Zuneigung erfreute,

an ein so großes
Werk heranzugehen.
 Die wirtschaftliche
 Basis für den
Plan war aber gegeben
 durch die
Aufnahmefähigkeit
der Provinz Ostpreußen
 selbst, de
ren Bevölkerung
einen großen laufenden
 Bedarf an
Bekleidungs- und
Einrichtungsgegenständen
 sowie an

heute bereits kein Mittel unversucht lassen,
 um diesem Handelsverkehr den
Weg zu ebnen. Erwägungen dieser Art
erzeugten ein außerordentliches Interesse
 in der gesamten deutschen Industrie
 an der Belebung des Ostexports,
obwohl Sowjetrußland selbst im vorigen
 Jahre für den Handelsverkehr des
privaten Kaufmanns überhaupt noch
nicht in Frage kam. Es galt deshalb
zunächst die Beziehungen mit den
Randstaaten wieder anzuknüpfen. Der
einzelne deutsche Kaufmann war und
ist jedoch nicht in der Lage, diese
Aufgabe selbständig in Angriff zu nehmen,
 denn die Entsendung von Reisenden,
 Musterkollektionen, und die
Errichtung von Musterlägern ist mit zu
großen Kosten verknüpft, die in keinem
Verhältnis zu den möglichen geschäftlichen
 Erfolgen stehen. Infolgedessen
schien der gegebene Weg der zu sein,
daß sich diejenigen Kautleute, die ein
Interesse am Ostexport haben, zusammenschließen,
 ein größeres gemeinsames
 Musterlager aller für den

Vor den Toren der deutschen Ostmesse.

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landwirtschaftlichen Maschinen und
Geräten besitzt, einen Bedarf, der
allein durch die reichsdeutsche Industrie
 befriedigt wird. Die Erste Deutsche
 Ostmesse war in folgende vier
Hauptgruppen eingeteilt:
1. Gesamter Bedarf der Landwirtschaft
(Maschinen, Geräte für den landwirtschaftlichen
 Groß- und Kleinbetrieb);

2. Gewebe und Bekleidung, Leder,
Schuh- und Lederwaren;
3. Möbel und Hauswirtschaftsgegenstände;

4. Nahrungs- und Genußmittel, chemisch-pharmazeutische
 und kosmetische
 Artikel.

Die Aufnahme, die die Einladung
zur Beschickung der Ersten Messe

Sämtliche
Maschinen und Geräte

für die
Landwirtschaft

Landmaschinen-Gesellschaft

m. b„ H.

Königsberg i.Pr.10
Hint. Vorstadt 63-65
Telegr.: Ceresmaschine / Telephon 2981

Spezialitäten:
Motoren für Benzol und Rohöl
Dreschmaschinen / Häckselmaschinen
Göpel / Kartoffelkulturmaschinen
Separatoren / Kreissägen
Düngerstreuer / Schrotmühlen
Erntemaschinen
Flachsbearbeitungsmaschinen

Tausendfach bewährt in anerkannter
Güte u. den Zeitverhältnissen Rechnung
tragend in modernster Konstruktion

fand, zeigte bereits, daß die Deutsche
Ostmesse einem großen Bedürfnis entgegenkam.
 In überraschend schneller
Zeit waren sämtliche Ausstellungsräume,
 die man im Königsberger Tiergarten
 zur Verfügung gestellt hatte, vergeben,
 und der weitere Verlauf dieser
Messe lieferte den Beweis, daß in
Königsberg der Boden für die Abhaltung
 einer Messe außerordentlich
günstig sei. Mit Recht konnte man die
Erste Deutsche Ostmesse als einen
großen Erfolg in ideeller und materieller
 Beziehung bezeichnen. Es konnte
keinem Zweifel mehr unterliegen, daß
die Ostmesse zu einer ständigen Einrichtung
 werden müsse.
Um die Messe aber regelmäßig im
Frühjahr und Herbst jeden Jahres abhalten
 zu können, bedurfte sie dringend
eines eigenen Heimes. So ergab sich die
Notwendigkeit, eine vollkommen neue
Meßanlage zu schaffen. Die weitgehende
 Förderung, die der Deutschen Ostmesse
 durch die Stadt Königsberg, die
Vertreter der Provinz, des Staates und
des Reiches zuteil wurde, machte es
möglich, die ungeheueren Schwierigkeiten,
 die sich der Verwirklichung des
Neubauplanes entgegenstellten, in kürzester
 Frist zu überwinden.
Die Stadt Königsberg stellte ein ausgezeichnetes
 Gelände in Größe von
60.000 qm in der besten Verkehrslage
der Stadt für die Errichtung neuer Messehallen
 zur Verfügung. Die nötigen
finanziellen Mittel wurden aufgebracht
durch einen einmaligen Bauzuschuß des
Reiches in Höhe von 7 ’/2 Mill. Mark,
durch die Garantieübernahme des
Preußischen Staates für weitere 272 27