Metadata : Unser Schönes Samland

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Straßenplan Qeorgenswalde um 1938

(Samml. Klemm)

1922 regte der Grundbesitzerverein die
Gründung eines Verschönerungsvereins
an, der dann aber erst im April 1928 gegründet
 wurde. Nach Errichtung einer
Satzung wurde G. Klein zum Vorsitzenden
 und Landesbürodirektor Schnetka zu
seinem Stellvertreter gewählt. Der Verein
 hat die Verschönerung zahlreicher
Plätze in Georgenswalde bewirkt, Bänke
 aufgestellt und Führungen zu Ausflugszielen
 übernommen. Doch bereits
unter Hauptmann Oesterreich als Badeverwalter
 waren viele solcher Anlagen
geschaffen worden, so z. B. die Rodelbahn
 in der Detroitschlucht.
Der Grundbesitzerverein beschäftigte
sich bereits vor dem 1. Weltkrieg mit der
Versorgung des Ortes mit Gas oder Strom.
Der Bau einer eigenen Gasanstalt war zu
teuer und der Anschluß an das Gasnetz

von Rauschen schien aus Sorge um eine
Verschmelzung mit dem bekannteren
Nachbarort nicht ratsam. Erst nach 1919,
als die durch Überlandwerke verlegten
elektrischen Leitungen auch in der Nähe
von Georgenswalde verliefen, wurde am
18. Juli 1923 das „Betriebswerk Georgenswalde
 GmbH“ gegründet. Die Gründung
 war in erster Linie Herrn Schnetka
zu verdanken. Die Gesellschaft baute eine
Trafostation und verlegte die Leitungen
innerhalb des Ortes. 1924 wurden die
Bahnhöfe Georgenswalde und Warnicken,
 1925/26 weitere Teile von Warnicken
 an dieses Ortsnetz angeschlossen.
1912 wurde auch auf Anregung des
Badeverwalters, Hauptmann Oesterreich,
 ein Kriegerverein gegründet, dem
sofort 22 Mitglieder beitraten. Nach einem
 Jahr war die Mitgliederzahl auf 50

48

Personen gestiegen. 1919 löste sich der
Verein auf, wurde aber 1922 wieder neu
gegründet. Zur 300-Jahr-Feier von Georgenswalde
 hatte der Verein unter der Leitung
 von Major Rade 54 Mitglieder.
Ferner entstand unter Frau General
Stadie die „Evangelische Frauenhilfe“,
die auf kirchlichem und sozialem Gebiet
segensreich wirkte.
Einen weiteren Aufschwung erlebte
die Villenkolonie in und nach der Inflationszeit.
 Zahlreiche Persönlichkeiten aus
Königsberg, Ärzte, Beamte, Kaufleute,
Offiziere und Künstler haben sich in
Georgenswalde angesiedelt und hier ihre
Sommersitze, die größtenteils auch winterfest
 waren, gebaut. Hervorzuheben
sind die bereits genannten Herren Landesbürodirektor
 Schnetka, Rektor G. Klein,
Hauptmann Ziemer, die auch intensiv an
der Gestaltung des Ortes mitgewirkt haben
 sowie der Bildhauer Hermann
Brachert.

Die Landgemeinde Georgenswalde
Hier ist einzufügen, daß Georgenswalde
verwaltungstechnisch ein Gutsbezirk war,
in dem der Gutsherr die behördlichen
Vollmachten besaß.
Aufgrund der umfangreichen Veränderungen
 im Ort durch die Entwicklung der
Villenkolonie wurde 1923 die Umwandlung
 in eine Landgemeinde beantragt.
Diese wurde - trotz Einspruch von Gutsbesitzer
 Rade - 1926 vom Preußischen
Innenministerium genehmigt. Hauptmann
 a. D. Ziemer wurde zum 30. Juni
1926 zum kommissarischen Gemeindevorsteher
 durch Landrat Hofer eingesetzt.
Am 26. September erfolgte die erste
Wahl der Gemeindevertretung, der 9
Personen angehörten: Frau Krause und
die Herren Curland, Filz, Hopp, Klein,

Liedtke, Rade, Schnetka und Schocher.
Hauptmann a. D. Ziemer wurde am 14.
Oktober 1926 von der Gemeindevertretung
 einstimmig zum Gemeindevorsteher
 gewählt und blieb bis 1933 im Amt.
Er löste damit auch Walter Curland als
Badeverwalter ab.
Das Haus „Hubertus“ konnte günstig als
Gemeindeamt erworben werden. Dort
hatte auch der Gemeindevorsteher seine
Wohnung. Als weitere Gemeindevorsteher
 folgten: Neumann (1933-ca. 1935),
Dr. Vögele (1935-1942) und Lichtenstein
(1942-1945). Allen wird eine gute Arbeit
 zum Wohle des Ortes bestätigt.
1926 mußte aufgrund des Schülerzuwachses
 die Schule erweitert werden. Die
Nachfolge von Lehrer Dittmann trat 1927
Hauptlehrer Paul Debler an. Die zweite
Lehrerstelle hatte bereits seit 1923 Erich
Lonzer inne.
Nach der Wasserversorgung mit dem
schlanken, 45 m hohen Wasserturm mit
Aussichtskanzel, die vor dem 1. Weltkrieg
 fertiggestellt wurde, begann 1928
der Bau der Kanalisation und es wurden
die Straßen asphaltiert.
Durch den weiteren Verkauf von Bauparzellen
 und deren Bebauung vergrößerte
 sich die Einwohnerzahl von Georgenswalde
 ganz natürlich. Aufgrund des neuen
 Gemeindeverfassungsrechts vom 27.
Dezember 1927 wurde 1928/29 die Gemeinde
 Warnicken aufgelöst und mit
Georgenswalde zusammengelegt. Mit
Warnicken kamen auch die zur Oberförsterei
 gehörenden Förstereien Hirschau,
 Katzkeim, Schönwalde und Wilhelmshorst
 zur Gemeinde Georgenswalde.
 Diese Zusammenlegung ergab
eine Landfläche von 2675 ha, die im
Kreis Fischhausen nur noch von der Gemeinde
 Groß-Heidekrug übertroffenNo full text available for this image
            
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