beginnt mit Samlandkunde, Ortskenntnissen
Cranz, heimische Fauna und
Flora, ostpr. Sprachtest etc.
Unser Treffen begann bei schönstem
Samlandwetter am 28.8.1999 und wurde
wieder einmal eine Veranstaltung mit
einem sehr umfangreichen Programm,
bei dem wir den Teilnehmern allerhand
abverlangten. Schon am nächsten Tag
(Sonntag) verbrachten wir den Vormittag
mit einer Führung durch Cranz
mit dem Stadtbauamtsleiter, der uns
sehr eingehend über die Planungen informierte.
Wichtig für uns war dabei die
Aussage, daß man nunmehr dazu übergegangen
ist, alte Bausubstanz zu erhalten
und ggfls. zu restaurieren und neue
Bauten dem alten Stadtbild anzupassen.
Am Nachmittag begaben wir uns
dann mit Prof. Dr. Kulakow auf eine
Reise in die Vergangenheit. Bei dieser
Fahrt erfuhren wir, daß neben dem ehemaligen
Wikinger-Friedhof Kaup bei
Wiskiauten und den zwischen 1867 und
1939 entdeckten 100 Hügeln noch über
200 weitere, uns bisher nicht bekannte
Friedhöfe und Liegenschaften aus damaliger
Zeit im nördlichen Samland
von ihm entdeckt wurden. Seine Ausgrabungsfunde
sind z.T. im Historischen
Museum in Königsberg zu besichtigen.
Dr. Kulakow erklärte uns, daß fast jeder
etwas größere Hügel irgendeine historische
Bedeutung habe.
Am nächsten Tag ging’s auf die
Nehrung, wo wir von einem Ornithologen
der Universität St. Petersburg
fachkundig betreut wurden. Wieder tief
beeindruckend war der Anblick und die
unendliche Ruhe bei der Wanderung
Die Cranzer „Flunder-Abiturienten" mit dem Stadtbauamtsleiter vor der Stadtverwaltung.
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auf den Dünen. Nach einem opulenten
Picknick durfte ein erfrischendes Bad in
der See nicht fehlen. Am Abend brachte
dann die Wiederholung bzw. erste „Abiturprüfung“
für die Neulinge so manchen
Lacherfolg.
Am nächsten Tag konnten wir einen
interessanten Besuch in Pillau mit erfolgreicher
Bernsteinsuche verbinden.
Selbstverständlich besuchten wir auf
unserer Fahrt die Friedhöfe in Pillau
und Germau sowie das Adalberts-Kreuz
bei Tenkitten.
Der Mittwoch war der Besichtigung
von Königsberg gewidmet. Im alten
Villenviertel Amalienau oder Maraunenhof
wurden deutsche Häuser inzwischen
sehr ordentlich restauriert, daneben
Prachtbauten mit Erkern und
Türmchen aus der heutigen Zeit. Im
Zentrum, am ehemaligen Steindamm,
fielen Balkonkästen mit blühenden
Blumen an einem Haus auf. Ganz allgemein
macht das Straßenbild einen
ordentlichen Eindruck. Zur Pflichtbesichtigung
gehört heute die neue
evangelische Kirche und der Dom mit
seinen eindrucksvollen Museum-Zimmern
auf mehreren Etagen. Der anschließende
Besuch des Bernstein-Museums
war deprimierend. Die
Wände und Decken müssen unbedingt
repariert werden, und da kein Geld vorhanden
ist, muß in Kürze mit der
Schließung gerechnet werden, wie wir
aus unterrichteter Quelle erfahren
haben.
Donnerstag war der obligatorische
Schul-Besuchstag. In unserer alten
Schule wurden wir sehr freundlich
empfangen und durch die Klassenräume,
Turnhalle und Zeichensaal geführt.
Die kleinen Schülerinnen und
Schüler waren sehr daran interessiert
wie es früher in der Schule zuging. Der
anschließende Besuch der Musikschule
war einmal mehr voller Überraschungen.
Zunächst unterhielten uns vierund
fünfjährige Schüler mit deutschen
Kinderliedern. Anschließend überzeugten
uns die Lehrkräfte mit Musik
und Gesang von ihrem hohen Können.
Zum Abschluß wurden wir mit Tee,
Gebäck und Süßigkeiten bewirtet.
Der Freitag stand dann für eigene
Unternehmungen zur Verfügung; jeder
nutzte ihn auf seine Art.
Und beim gemeinsamen Abendessen
wurden dann endlich die „Abiturzeugnisse“
überreicht; es hatten alle
bestanden!
Am Samstag ging’s heim mit vielen
neuen Eindrücken. Das Fazit der Reise:
Ein Besuch der alten Heimat lohnt sich
immer wieder, denn die Bemühungen
des bisher zaghaften Neuaufbaus von
Cranz/Selenogradsk werden sichtbar.
Der total neu gestaltete Bahnhofsvorplatz
mit seinen gut ausgebauten Wegen,
hübschen Straßenlaternen und Ruhebänken
spricht für die geänderte Denkweise
der heutigen russischen Stadtverwaltung.
Übrigens ist Selenogradsk -
wie uns der Bürgermeister stolz mitteilte
- von Moskau als offizielles Staatsbad
anerkannt worden, was ggfls. Auswirkungen
in finanzieller Hinsicht haben
kann.
Klaus Lunau,
Bahnhofstraße 14,30853 Langenhagen,
Tel./Fax: 0511 - 7734 07 53