„Ich bete an die Macht der Liebe" -
Chorkonzert im Königsberger Dom
Der deutsche und der russische Chor im Königsberger Dom
Am 21. Juli 1999 war der wiederaufgebaute
Dom von Königsberg
Schauplatz eines deutsch-russischen
Chorkonzertes im Rahmen der „Samländischen
Kulturtage“. Das Kirchenschiff
war bis auf den letzten Platz
gefüllt.
„Zum ersten Mal seit 1945 singt
ein deutscher Chor im Dom von
Königsberg“, sagte Louis-Ferdinand
Schwarz in seiner Begrüßung. Es werde
für alle ein aufwühlendes Gefühlserlebnis
sein, besonders für die, die in
dieser Kirche getauft und konfirmiert
wurden. „Möge dieser Dom eine
Stätte sein und bleiben, von der Friede
und Freiheit hinausgetragen wird in
die Welt“, so Schwarz. „Musik kennt
keine Grenzen, vor allem keine nationalen
Grenzen.“
Der Männergesangverein Dissen/
Bielefeld unter Leitung von Friedhelm
Beckmann eröffnete das Konzert mit
„Ich bete an die Macht der Liebe“,
„Salve, Regina“ und „Halleluja, Amen“
Den russischen gemischten Chor
„Credo“ dirigierte Elena Georgiewna
Andrejewa. Leider wurden die Lieder
nur auf Russisch angesagt. Dank russischer
Freundinnen konnten die Titel
der Lieder beschafft und übersetzt
werden.
Der Chor „Credo“ trug „Heilige
Gesänge der orthodoxen Kirche“ vor.
„Segen, meine Seele, mein Gott“, lautete
der erste Gesang, gefolgt von
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„Heilige Stille“, „Von meiner Jugend“,
„Gott verzeiht mir meine Sünden“.
Das gesungene „Vater Unser“ war
auch ohne Übersetzung erkennbar.
Die Namen der Komponisten Tschesnakow,
Rachmaninow und Archangelsk!
verstanden die deutschen Besucher
auch aus dem russischen
Kontext, und Rachmaninows „Muttergottes“
glich dem „Sancta Maria“, das
der deutsche Chor vortrug. „Lobet
den Namen Gottes“ - so erklang es auf
Russisch in dem deutschen Dom von
Königsberg, der von den Engländern
zerstört wurde, durch Kants Grabmal
vor dem Abriß durch Initiative russischer
Intellektueller gerettet wurde,
von Russen und Deutschen gemeinsam
wiederaufgebaut wurde - kann es
ein größeres Zeugnis dafür geben, daß
Krieg und Haß, Atheismus und totalitäres
Regime letztlich nicht siegen?
Muß es nicht Mut machen bei dem oft
schweren Einsatz zur Rettung weiterer
-
Menschen müssen
- Festveranstaltung in Rauschen am
23. Juli 1999-Den
festlichen, Abschluß der
„Samländischen Kulturtage“ bildete der
Freitag, der 23. Juli 1999. Er begann mit
einem von Klaus Schulz-Sandhof in der
Kirche von Rauschen gehaltenen Gottesdienst.
Aus organisatorischen Gründen
soll auf diesen Gottesdienst in der
Weihnachtsausgabe des Samlandbriefes
näher eingegangen werden.
Kirchen in unserer Heimat, die doch
auch den nachwachsenden Generationen
als Erbe hinterlassen werden
sollen, als Zeichen eines geistigen
Gutes für alle Menschen?
Der russische Chor beschloß seine
Darbietungen mit Rachmaninows Komposition:
„Alle Menschen beten zu Gott
auf der ganzen Welt“. Die Übersetzung
befriedigte jedoch nicht. Sinngemäß
heißt es: „Alles, was lebt, betet zu Gott“.
„Alles, was Odem hat, lobe den Herrn“
- darin liegt wohl die Entsprechung der
russischen Fassung. Und genau diese
Botschaft brachte der deutsche Chor
mit „Die Himmel rühmen des Ewigen
Ehre“.
Beide Chöre vereinigten sich am
Schluss. „Unser Lied ist nun gesungen“,
so klang es zum Schluß auf
Deutsch von Russen und Deutschen
gemeinsam.
Bärbel Beutner (Heiligenwalde)
sich in die Augen sehen —
Um 12.00 Uhr begann der Festakt
im Saal des Clubhauses des Militärsanatoriums.
Dort wurden die Besucher im
Foyer von beeindruckenden Ausstellungen
empfangen. Rechts von der Eingangstür
fiel der Blick gleich auf die farbenprächtige
Präsentation des „Freundeskreises
zur Erhaltung und Pflege ostpreußischen
Kulturgutes e.V“, der unter
Leitung des Ehepaares Tuschewitzki mit
sechs Personen angereist war. 21